Papiermülltonne, Recycling

Recyclingpapier | Die Öko-Lösung?

Ist Recyclingpapier DIE Lösung, wenn es um umweltfreundliches Publizieren geht? Was du beachten solltest erfährst du hier.

Welche Vorurteile gegenüber Recyclingpapier hast du?

  • Wozu recyceln? Wir haben doch genug Wald in Deutschland. (Dazu bitte hier weiterlesen.)
  • Recyclingpapier sieht nicht schön aus. (Dazu hier mehr.)
  • Es kann nicht für alle Papier-Projekte verwendet werden. (Dazu mehr im folgenden Text.)

Tatsächlich wird in Deutschland viel Recyclingpapier eingesetzt, vor allem im Zeitungsbereich. Insgesamt liegt der Altpapiereinsatz bei 72 Prozent. Bei Druck- und Büropapieren liegt die Quote mit knapp 30 Prozent aber deutlich niedriger.1 

Bei den Hygienepapieren, also Klopapier oder Taschentüchern, wird immer weniger Altpapier eingesetzt.2 Obwohl gerade diese Papiere reine Wegwerfprodukte mit einer kurzen Lebensdauer sind. 

Der offensichtlichste Vorteil von Recyclingpapier: Es sind keine Waldrodungen dafür notwendig. Was Waldschutz mit Klima und Umwelt zu tun hat erfährst du hier

Doch was genau ist eigentlich recyceltes Papier?

Fakten Fakten Fakten

Über 15 Millionen Tonnen Papier werden im Jahr von den Entsorgern zur Wiederverwertung gesammelt.3 

Das Papier wird in Fabriken in Wasser aufgelöst und gewaschen, um die Fasern im Anschluss neu zusammenzufügen. Sie können bis zu sieben Mal wiederverwendet werden. Dadurch wird nicht nur Holz, sondern auch Wasser und Energie eingespart.

Die folgenden Zahlen4 zeigen den Vergleich von 100 Blatt Frischfaserpapier gegenüber Recyclingpapier.

Je nachdem, welche Fasern verwendet werden, entsteht ein Recyclingpapier in unterschiedlichen Weißegraden. Alle gängigen Farbtöne sind verfügbar- 60, 80, 100- allerdings können bei besonders weißem Recyclingpapier (zum Beispiel beim Weißegrad 100) nur die neuen Papierfasern des Kreislaufes verwendet werden. Damit auch die älteren Fasern Verwendung finden, sollten möglichst auch geringe Weißegrade verwendet werden. 

Beim Altpapier gibt es, anders als beim Frischfaserpapier, ein sinnvolles Siegel: den Blauen Engel. Dieser berücksichtigt die Umweltauswirkungen der Produktion und stellt sicher, dass 65 Prozent des eingesetzten Altpapiers aus unteren oder mittleren Altpapiersorten stammen (also den schon öfter verwendeten und deswegen kürzeren Fasern).

Auch in der Lebensdauer steht Recyclingpapier Frischfaserpapier in nichts nach. Die Lebensdauer von hochwertigen Recyclingpapieren entspricht der gängigen DIN 6738-Norm und der Lebensdauerklasse LDK 24.85 von mehreren hundert Jahren.5

Jenseits aller Vorurteile?

Doch die Fasern im Papierkreislauf können nicht endlos wiederverwendet werden, irgendwann sind sie zu kurz und werden aussortiert. Aus diesem Grund werden neue Fasern benötigt. Dies sollte allerdings kein Argument für Frischfaserpapier sein, denn diese neuen Fasern können ebenso gut andere Pflanzenfasern, wie etwa solche aus Gras sein.  

Leider werden auch in der Produktion von Recyclingpapier Chemikalien verwendet. Mithilfe von beispielsweise Wasserstoffperoxid, Natronlauge oder Seife wird die Druckfarbe von den Fasern abgelöst. Die Druckfarbe bleibt am Ende des Prozesses zusammen mit anderen Papier-Füllstoffen und kleinen Fasern als Schlamm übrig.6 Dieser, teilweise giftige, Abfall macht schätzungsweise 30 Prozent der eingesetzten Masse aus.7

Der Schlamm aus der Produktion muss wiederum mit Energieaufwand gereinigt werden. Zudem können nicht alle Farben und Stoffe aus dem Papier entfernt werden. Deswegen kommen immer wieder unerwünschte Stoffe in den Papierkreislauf- etwa durch Mineralöle in den Druckfarben, Bisphenol A aus Kassenzetteln und gewisse Phthalate aus Klebstoffen. Die entsprechenden Fasern können dann nicht mehr für Lebensmittelverpackungen verwendet werden.8

Dennoch liegt der Chemische Sauerstoff-Bedarf, mit dem die Gewässer-Verunreinigung durch die Produktion gemessen wird, mit drei Gramm für ein Kilo Recyclingpapier noch deutlich unter 15 Gramm für Frischfaserpapier.9

Empfehlung für dich

Recyclingpapier ist die am besten verfügbare Alternative zu Frischfaserpapier, universell einsetzbar und kaum teurer. Zudem lassen sich sehr ähnliche Druckergebnisse erzielen.

Mit einem umweltfreundlichen Druck kannst du außerdem auf die Recyclierbarkeit deiner Prints achten, um zu verhindern, dass am Ende giftige Schlämme und schädlichen Stoffe im Papierkreislauf bleiben. 


Bildnachweis: Photo by Jilbert Ebrahimi on Unsplash

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