Papier Umwelt

Papier | Fragen, die du dir stellen solltest

Papierprodukte haben große Auswirkungen auf die Umwelt. Stattdessen können wir Papier neu denken und mit innovativen Prints das Klima schützen.

Jede Sekunde geht ein Waldstück in Größe eines Fußballfeldes verloren, auf ein Jahr gerechnet ist das die Fläche Italiens.1

Mal angenommen, die Abholzung tropischer Wälder wäre ein Land- dann hätte es die dritthöchsten CO2-Emissionen, direkt hinter China und den USA und noch vor der gesamten EU.2

Würde man stattdessen die Wälder erhalten und besser bewirtschaften, wäre das, gemessen an den CO2-Emissionen, als würden alle Autos verschwinden (1,5 Milliarden!)3


Keine Lust auf Fakten und Zahlen? Hier springst du direkt zum “Rethink”-Teil und den Lösungs-Ideen.

Warum Papier?

Unser Papierkonsum hat direkten Einfluss auf die Umwelt.

Papier wird im grafischen Bereich in der Regel aus Holz, genauer aus Zellstoff, hergestellt. Um Karten oder Bücher bedrucken zu können, müssen demnach erst Bäume gefällt werden.

Eine Person benötigt im Jahr etwa 40 Kilo Papier. 2010 lag der Papierverbrauch in Deutschland aber pro Kopf bei 248 Kilo. Tendenz steigend. (Dem größten Teil der Weltbevölkerung stehen übrigens nur 20 Kilo zur Verfügung.) Fast die Hälfte des Verbrauchs machen Druck-, Presse- und Büropapiere aus.4 Vor allem der Bedarf an Verpackungen steigt.

Die von uns benötigten Mengen an Holz können nicht durch die deutsche oder europäische Produktion gedeckt werden. Aus diesem Grund wird Holz mengenbezogen als zweitwichtigstes Importgut der EU eingeschätzt.5

Woher kommt das Holz?

Anders als meist vermutet, werden 80 Prozent des Zellstoffs für die deutsche Papierproduktion importiert. Hauptexportländer wie Schweden oder Finnland sind oft Zwischenhändler, die wiederum aus anderen Ländern wie Russland importieren. Ein Viertel des Zellstoffs kommt bereits aus Brasilien.6

Die Holz-, beziehungsweise Papierherkunft von nach Deutschland importierten Druckwerken ist meist noch schwieriger zu durchschauen. Beispielsweise, wenn ein Produkt in China produziert wurde, das Holz aber aus Südostasien stammt.

Insgesamt wird jeder fünfte Baum zu Papier weiterverarbeitet.7 Von den industriell gerodeten ist es fast jeder zweite. Schätzungen zufolge stammen davon 20% aus Urwäldern.8

Wie wird Holz angebaut?

Aufgrund der steigenden Holznachfrage werden in den Herkunftsländern umweltschädliche Monokulturen mit schnell wachsenden Hölzern angelegt. Naturnahe Wälder (die Kohlenstoff speichern können) verschwinden- so Greenpeace. Für die Plantagen werden neben Ackerfläche auch Urwald- und Torfmoorgebiete genutzt.9 In Brasilien werden außerdem Flächen in Holzplantagen umgewandelt, die der Bevölkerung vor Ort für die landwirtschaftliche Nutzung fehlen.10

Doch auch Holz, das aus Nachbarländern kommt, hat wenig mit unseren romantischen Vorstellungen von Wald zu tun. In Europa herrscht laut WWF-Waldbericht eine auf Effizienz ausgelegte Forstwirtschaft vor. Obwohl die Waldfläche in Europa zunimmt, sind lediglich 4 Prozent der Wälder unberührte artenreiche Mischwälder.11 Diese Artenvielfalt ist aber elementar für die Stressresistenz und Produktivität der Pflanzen: artenreiche Wälder speichern beispielsweise doppelt so viel Kohlenstoff wie Monokulturen.12

Welchen Effekt haben Anbau und Rodung auf die Umwelt?

Wälder speichern große Mengen Kohlenstoff (laut Greenpeace etwa 75 % des in der Vegetation gespeicherten Kohlenstoffs).13 Werden die Wälder zerstört, kommt es durch die Verbindung mit Sauerstoff zur Freisetzung von Kohlendioxid (CO2). Der Verlust an Wäldern kann außerdem einen Teufelskreis auslösen: Je mehr zusammenhängende Wälder verschwinden, desto weniger kühlenden Effekt haben sie auf die Atmosphäre. Steigt die Temperatur in Folge dessen an, werden Brände oder Trockenheit ausgelöst, die weitere Waldflächen zerstören.14

Auch die Schneisen für die industriellen Rodungen werden mit Waldbränden in Verbindung gebracht: Sie führen etwa zu Trockenheit, die wiederum zu Waldbränden und damit zur Entlassung von Tonnen an CO2 führen. Überschwemmungen und Erdrutsche sind weitere Folgen von Abholzung.15

Es ist davon auszugehen, dass der Verlust dieser natürlichen Wälder jährlich mehr zu den globalen Emissionen beiträgt als der gesamte Verkehrssektor.16 & 17

Die Entwaldung bringt allerdings noch weitere Folgen mit sich. Menschen und Tiere verlieren ihren Lebensraum: 2/3 aller Tier-und Pflanzenarten leben im Wald, sowie 1,6 Milliarden Menschen.18

Gemäß den Nachforschungen des World Research Institutes (WRI) sind mittlerweile 30 Prozent der Wälder weltweit verschwunden und weitere 20 Prozent geschwächt.19

Welche Lösungsansätze gibt es?

Wie ließe sich ein Papier (-produkt) auf umweltfreundliche Weise herstellen? Vereinfacht gesagt: Schädliche Einflüsse auf die Umwelt, und damit unseren Lebensraum, müssten minimiert werden. Nachhaltigkeit ist ein “weitergedachter” Umweltschutz, da sie den Erhalt der Umwelt in der Zukunft einbezieht. Nachhaltiges/ umweltfreundliches/ Öko-Papier und daraus entstandene Produkte üben im Vergleich zu anderen also weniger Belastung auf die Umwelt aus.

Doch wie lässt sich beurteilen, wie nachhaltig ein Produkt aus Papier ist?

Erstellt man die Ökobilanz eines Produktes, werden alle Umweltauswirkungen analysiert, die das Produkt während seines Lebensweges ausübt. Dies schließt sowohl schädliche Auswirkungen (wie Gewässerverschmutzung), als auch Rohstoffe oder Emissionen mit ein.

Der Lebensweg des Printproduktes

Entlang des Lebensweges kannst du sehen, an welchem Punkt welche Umweltauswirkungen verbessert werden könnten.

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